16.08.2012

Freisprechungsfeier


Er war mit einem Notendurchschnitt von 1,6 Prüfungsbester: Florian Fenninger (Bildmitte). Mit ihm freuten sich (von links): Innungs-Obermeister Hans Kurfer, Lehrlingswart Andreas Haitzer, Prüfungsvorsitzender Uli Mittermaier, die Ausbilder Hermann Georg, Thomas Gasser und Firmeninhaber Georg Brüderl.

Die Schreinerinnung Traunstein feierte am Freitag, den 27.07.12 in einer würdig gestalteten Freisprechungsfeier in der ansprechend dekorierten Aula der Staatlichen Berufsschule I Traunstein den erfolgreichen Abschluss der Lehrzeit von 38 Schreinergesellen und 10 Holzfachwerkern die gemäß der Handwerkstradiotion mit dem Tag von den Pflichten ihres Lehrverhältnisses freigesprochen und in den Stand der Jung-Gesellen gehoben worden sind. Innungsobermeister Hans Kurfer beglückwünschte die jungen Handwerker. "Gute Facharbeiter werden immer gebraucht." Schreiner, die mit "Herz und Verstand bei der Arbeit sind", würden Kunden die Schreinerarbeit begeistern mehr als jede Marketingkampagne. Er danke den anwesenden Eltern und Ausbildungsbetrieben für ihre Unterstützung und ihr Engagement.

Bernhard Daxenberger, Vizepräsident des Fachverbands Schreinerhandwerk Bayern betonte das hohe Niveau, das sich in den guten Ergebnissen der Gesellen dokumentierte. Schreiner hätten gute Zukunftsaussichten, man verkörpere "Tradition mit Zukunft". Trotzdem müsse man in Zeiten des aufziehenden Fachkräfte mangel regional und überregional um ausbildungswillige und -fähige Jugendliche "kämpfen". Stellvertretender Landrat Sepp Konhäuser beglückwünschte die Gesellen für ihren "Ersten Schritt ins Berufsleben" und fügte hinzu: "Wer Schreiner werden will muss auch dicke Bretter bohren". Dass sie dies können würden, hätten sie erfolgreich bewiesen. Er ging in seiner Rede auf das Duale System ein, für das Deutschland weltweit beneidet werde. In seinem Lob an die Arbeit der gut ausgestatteten Berufsschulen schloss sich auch der Wunsch, dass junge Menschen im Landkreis verbleiben würden und hier "gut leben und arbeiten können". Habe man im Landkreis doch optimale Rahmenbedingungen. Schreinermeister und Stadtrat Wolfgang Osenstätter überbrachte die Grüße des Traunsteiner Oberbürgermeisters Manfred Kösterke und schloss sich den in allen Reden betonten Glückwünschen für das gute Abschneiden der Prüflinge an.

 Das gute Zusammenwirken zwischen Innung, Ausbildungsbetrieben und den Berufsschulen dokumentierten auch die Schulleiter Ulrich Genghammer von den Beruflichen Schulen der Jugendsiedlung Traunreut und Willi Barke von der Staatlichen Berufsschule I Traunstein. Die berufliche Bildung und eine abgeschlossene Berufsausbildung sei ein zentraler Pfeiler für die Persönlichkeitsentwicklung eines Menschen sagte Genghammer. Die jungen Menschen hätten mit dem Tag nicht nur die "Eintrittskarte in das Arbeitsleben gelöst, sondern auch einen wertvollen Schritt ins Erwachsenwerden getan". Barke betonte die "hervorragend ausgestatteten Werkstätten und die guten Kompetenzen der Lehrkräfte". Dies seien in Zusammenarbeit mit den Ausbildungsbetrieben optimale Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Ausbildung, Prüfung und Berufspraxis.

Stellvertretender Kreishandwerksmeister für das Berchtesgadener Land, Stefan Follmer betonte, dass die jungen Menschen mit der bestandenen Gesellenprüfung für ihren weiteren beruflichen und persönlichen Lebensweg "eine tragfähige Grundlage" erreicht hätten. Er ermutigte sie, sich auch künftig fortzubilden und durch weiterführende Qualifikationen "auf Höhe der Zeit zu bleiben". Im Anschluss an seine Rede sprach der die Auszubildenden von den Pflichten ihrer Lehrverhältnisse frei und hob sie in den Stand der Jung-Gesellen, was mit einem lang anhaltenden Applaus gefeiert wurde.

Im Anschluss an die Freisprechung erhielten die Gesellen ihre Gesellenbriefe. 38 Prüflinge haben die Prüfung erfolgreich abgelegt, davon 5 weibliche Teilnehmer. Prüfungsbester wurde Florian Fenninger vom Ausbildungsbetrieb Brüderl Manufaktur, Traunreut. Er erreichte einen ausgezeichneten Notendurchschnitt von 1,6. Daneben wurden weitere Prüflinge für ausgezeichnete Leistungen geehrt. Auch 10 Holzfachwerker (davon 4 weibliche Teilnehmer) konnten sich über den Gesellenbrief freuen. Prüfungsbeste war hier Barbara Hell vom Diakonischen Werk Rosenheim. Hell erreichte einen Notendurchschnitt von 2,0.

Im Rahmen der Freisprechungsfeier wurden ausserdem die Sieger des Gestaltungswettbewerbs "Die gute Form" gekürt.

Dass sich die Innungs-Schreiner als echte "Schreiner-Familie" verstehen, wurde bei der würdig gestalteten Freisprechungsfeier auch dadurch deutlich, dass man sich nach dem musikalischen Ende durch die Bläsergruppe der Musikschule Grassau mit einem "Ausse Schmeisser" nicht "vertreiben lies" sondern noch lange bei der Musik von "Rentner Blech" zusammen war und den gelungenen Abschluss der Auszubildenden und den Ausstand der beiden für die Ausbildung junger Schreiner verdient gemachten Ehrenamtsinhaber Josef Schützinger und Anton Wolfgruber feierte.